Energie und Geld sparen leicht gemacht

Neue Hausgeräte verbrauchen bis zu 60% weniger Strom

In einem deutschen Haushalt stehen in aller Regel ein Herd, ein Geschirrspüler, ein Kühlschrank und eine Waschmaschine. Im Durchschnitt verrichten sie bereits seit zehn oder mehr Jahren ihren Dienst und verbrauchen Strom für rund 300 Euro im Jahr 1. Rund ein Drittel davon könnte gespart werden, wenn alle Geräte durch aktuelle Modelle ersetzt würden. Denn gerade in den vergangenen 15 Jahren hat sich in Sachen Energieverbrauch von Hausgeräten einiges getan. So weist Deutschlands Marktführer bei Großgeräten im Haushalt, die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, darauf hin, dass allein der Stromverbrauch eines Kühlschranks seit 1990 um circa 60 Prozent reduziert werden konnte. Bei Herd, Waschmaschine und Geschirrspüler sind es – je nach Gerät und Nutzungsintensität – zwischen 30 und fast 40 Prozent.

Wie viel Strom ein Hausgerät benötigt, kann der Verbraucher heute jederzeit schnell und einfach anhand des europäischen Energielabels erkennen. Auf dem europaweit einheitlichen Etikett finden sich in der jeweiligen Landessprache in kompakter Form die wichtigsten technischen Daten für jedes Gerät, unter anderem auch die Angaben zum Strom- und Wasserverbrauch. Das auffälligste Merkmal dieses Labels ist die Angabe der Energieeffizienz der Geräte anhand der sieben so genannten Energieeffizienzklassen (A bis G). Ein Gerät der Klasse A ist besonders sparsam im Verbrauch von Energie, während Geräte der Klasse G relativ viel Energie verbrauchen. Schon heute erfüllen fast alle deutschen Geräte von Bosch und Siemens die Anforderungen der Klasse A. Viele Kühl- und Gefriergeräte gehören sogar zu den Sonderklassen A+ und A++, sind also extrem sparsam.

Ein Beispiel verdeutlicht, dass man mit einem neuen Gerät bis zu 60 Prozent der Kosten sparen kann: Eine aktuelle Kühl-Gefrier-Kombination (A+) mit einem Fassungsvermögen von 300 Litern verbraucht pro Jahr Strom für 49 Euro. Bei einem vergleichbaren Gerät aus dem Jahr 1990 liegt der Stromverbrauch dagegen bei 115 Euro im Jahr.² Das bedeutet eine Ersparnis von 66 Euro für den Konsumenten.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt man, wenn man Waschmaschinen von gestern und heute miteinander vergleicht. So verbrauchte eine Waschmaschine von 1970 für einen einzigen Waschgang noch eine ganze Badewanne voll Wasser: 200 Liter flossen damals für fünf Kilo Wäsche durch die Maschine. 1990 waren es für einen einzigen Waschgang mit ebenfalls fünf Kilo Wäsche noch 106 Liter Wasser und 1,35 kWh Strom. Eine aktuelle Waschmaschine braucht heute nur noch 43 Liter Wasser und 1,02 kWh Strom – bei einem Fassungsvermögen von sechs Kilogramm Wäsche. In Euro und Cent bedeutet das bei durchschnittlicher Nutzung und auf Basis der heutigen Stromund Wasserpreise pro Jahr eine Ersparnis von 36 Euro gegenüber einer alten Maschine von 1990² - und das bei einem Kilo Wäsche pro Waschgang mehr.

Übrigens: Wer sein altes Hausgerät gegen ein neues tauscht, spart nicht nur bei den laufenden Kosten, sondern tut auch noch etwas für die Umwelt. Aktuelle Untersuchungen gehen davon aus, dass allein in Deutschland derzeit rund 48 Millionen größerer Hausgeräte benutzt werden, die älter als zehn Jahre sind; in jedem der 39 Millionen deutscher Haushalte also durchschnittlich mehr als eines. Würden sie alle durch moderne, besonders energieeffiziente Geräte ersetzt, würde das eine Energieeinsparung von sieben TWh (Milliarden Kilowattstunden) pro Jahr bedeuten. Das entspricht dem jährlichen Strombedarf von rund eineinhalb Millionen Haushalten. Das sind mehr Haushalte als in Hamburg und dem Saarland gemeinsam.

1) Durchschnittliche Verbrauchswerte in einem 4-Personen Haushalt gemäß VDEWDatenkatalog zum Haushaltsstromverbrauch 2002
2) Basis: Wasserpreis 4,00 €/ m³, Strompreis 0,19 €/ kWh

Quellen:
Ceced washing machine study. Öko-Institut, Freiburg, November 2004 and March 2005 Ceced Case study refrigerators and freezers.
Öko-Institut, Freiburg, June 2005 Erhältlich unter www.ceced.be und www.oeko.de